Flüchtlinge als Helfer am Krähenteich
Aktive
Flüchtlinge helfen
Förderer

Flüchtlinge als Helfer und Helferinnen am Krähenteich

  

Seit Beginn der Saison 2015 gibt es einige neue Gesichter am Krähenteich. Sie helfen freiwillig, alles wieder klarzumachen für den nächsten Tag: der Strand wird gefegt, Sand aus dem Becken wieder an Land gebracht, Hecken geschnitten, Fensterrahmen gestrichen, Bühnen aufgebaut. Junge Frauen sind während der Veranstaltung mit Brezelkörben unterwegs und sie helfen beim Gläserspülen.
 
Neu-Lübecker und –innen sind es, die unserem Verein zur Seite stehen. Sie möchten etwas tun und zeigen, dass es ihnen ernst damit ist, sich in unsere Gesellschaft einzugliedern.
In freundlicher Atmosphäre und familiärer Umgebung versuchen sie die schlimmen Erlebnisse zu vergessen, die sie zwang, ihre Heimat hinter sich zu lassen. Hier können sie Menschen treffen, die auf sie zugehen und sie in unserer Gesellschaft willkommen heißen. Hier wird ihnen der Einstieg in ein neues, immer noch mit vielen Ungewissheiten belastetes Leben etwas leichter gemacht.
 
Eine finanzielle Entlohnung gibt es für ihre Bemühungen nicht, denn ihr Asylverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Sie kommen trotzdem - freiwillig und gerne – denn sie können dadurch der „Warteschleife“ und dem Nichtstun für ein paar Stunden entfliehen.
Sie freuen sich auf die Möglichkeit, mit uns anderen Besuchern und des Altstadtbades auch nur kurz in Kontakt zu treten - sprechen Sie sie gerne an!

Dank ihnen haben wir ein noch schöneres Bad.
Wir danken ihnen für ihre wertvolle Unterstützung!
Der Vorstand

--------------------------------------------------------------------

Hier ein paar ihrer Geschichten:

Masood kam vor Anfang 2014 mit Frau und Kindern aus dem Iran nach Lübeck. Er konnte seinen Dienst bei der iranischen Armee nicht mehr ertragen. Seitdem wartet er auf sein Interview bei der Ausländerbehörde und ist froh, nun etwas zu tun zu haben. Er ist ein Allround-Mensch- Packt alles an und hilft seit Mai fast jeden Tag am Krähenteich. Er unterstützt mit seinen vielseitigen Fähigkeiten auch die Flüchtlingsarbeit der Diakonie. Trotz seines noch laufenden Asylverfahrens möchte Masood unbedingt arbeiten oder sich hier beruflich qualifizieren, auch wenn er den verdienten Lohn zurückzahlen müsste. Er und seine Frau, die in Shiraz an der Universität gelehrt hat, suchen auch nach Sprachpartnern, denn sie erhalten erst nach Anerkennung ihres Antrags einen Deutschkurs bei der VHS.
 
Heydar stammt aus der Grenzregion Afghanistans mit  Pakistan. Seine Jugend verbrachte er wegen des Afghanistankrieges im Iran und kehrte nach Friedensschluss in seine Heimat zurück.  Er ist seit Anfang 2015 in Deutschland, denn die Taliban machten die gesamte Stadt dem Erdboden gleich und zerstörten seinen Stoffladen und sein Wohnhaus. Heydar hofft nun mit seiner Familie auf eine neue Zukunft in Lübeck und würde alles tun, um hier später eine Arbeit zu finden, mit der er seine Familie ernähren kann.
 
Jonas aus Eritrea hat es mit seiner Frau nach einjähriger Flucht durch den Tschad, Sudan und Libyen bis nach Deutschland geschafft. Auf einer Farm mit "Schleswig-Holsteiner-Kühen" aufgewachsen liebt er das Land und möchte irgendwann auf einem Bauernhof eine Arbeit finden. Doch das geht nicht, denn sein Asylantrag liegt seit fast 2 Jahren auf „Halde“ und Lübeck ist ihm als Wohnort zugewiesen. So hat er vor seiner Wohnung nun begonnen, ein paar Tomaten und Salat zu pflanzen. Nach 12 jährigem Schulbesuch musste er seinen Dienst als Soldat antreten, was in Eritrea „lebenslang“ bedeuten kann. So  beschloss er, dieser unmenschlichen Diktatur zu entfliehen - den Tod stets vor Augen – wie er sagt. Hier in Deutschland habe er zum ersten Mal gefühlt, dass er ein LEBEN vor sich hat.
 
Abdullah ist 16 Jahre alt und verließ seine Heimat Iran als 15jähriger Junge, da beide Eltern verstorben sind. Er konnte die Schule wegen Geldmangels nur 6 Jahre besuchen und bemüht sich nun nach Kräften, die Lücken zu füllen, genügend Deutsch zu erlernen, damit er nach den Ferien eine Schule besuchen kann. Sein Ziel ist es, hier studieren zu dürfen. Abdullah ist seit Frühjahr 2015 in Deutschland, wohnt mit anderen nicht volljährigen Jugendlichen zusammen und wird vom Jugendamt betreut. Er sucht nach Menschen, die ihm in verschiedenen Fächern Hilfestellung geben und nimmt jede Gelegenheit wahr, um die deutsche Sprache zu üben. Daher hat er sich zur Verfügung gestellt, im Schwimmbad praktischen Dienst zu tun. Er hofft, dass es ihm hier gelingt, mit Deutschen ins Gespräch zu kommen und Freunde zu finden.
 
Die Helfer:
Madlena – Armenien
Mira -Albanien
Elsa, Yohana, Tzegga, Jonas  – Eritrea
Mohsen, Masood, Abdullah – Iran
Heydar – Afghanistan
 
Sie haben weitere Ideen zur (noch so kleinen) Unterstützung oder weitere Fragen:
Regine Norden,  regine.norden@gmx.de

 





Masood und Mohsen mit Eric beim Bühnenbau

Yohana

Abdullah

Heydar

Mira

Jonas

Madlena,Tsegga und Elsa

Masood, Abdullah und Mohsen

Masood